Grundprinzip der Thermografieinspektion

Die Infrarotthermografie (IR-Thermografie) ist eine berührungslose Messmethode, die Temperaturunterschiede auf der Oberfläche von PV-Modulen sichtbar macht. Jedes Bauteil mit erhöhter Verlustleistung erwärmt sich stärker als seine Umgebung. Eine kalibrierte Thermokamera wandelt diese Temperaturdifferenzen in ein Falschfarbenbild um. Für PV-Inspektionen ist die Thermografie nach DIN EN 61215 und IEC TS 62446-3 als anerkannte Prüfmethode etabliert.

Physikalischer Hintergrund: Warum wird ein Defekt warm?

Intakte Solarzellen wandeln Licht effizient in elektrische Energie um. Defekte Bereiche können einfallendes Licht nicht mehr in Strom umwandeln, sondern dissipieren die Energie als Wärme. Dies führt zu lokal erhöhten Temperaturen, die thermografisch erfasst werden können. Typische Temperaturerhöhungen:

Anforderungen an die Messbedingungen

Die Qualität einer Thermografieaufnahme hängt stark von den Messbedingungen ab. Für aussagekräftige Ergebnisse sind folgende Bedingungen einzuhalten:

Kameraanforderungen und Kalibrierung

Für quantitative Thermografieaufnahmen sind kalibrierte Kameras mit folgenden Mindestspezifikationen erforderlich:

Drohnenthermografie bei Großanlagen

Bei Freiflächen- und Großdachanlagen hat sich die Drohnenthermografie als effiziente Methode etabliert. Eine Drohne mit montierter Thermokamera überfliegt die Anlage systematisch und erstellt georeferenzierte Wärmebilder. Vorteile:

Klassifizierung von Thermografiebefunden

Die Klassifizierung von Thermographiebefunden erfolgt nach IEC TS 62446-3:

Grenzen der Thermografie

Die Thermografie ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Grenzen bestehen bei:

Fazit

Die Thermografieinspektion ist eine schnelle, nicht-invasive und hocheffektive Methode zur Lokalisierung von Defekten in PV-Anlagen. Sie sollte in keiner professionellen Jahresinspektion fehlen und wird durch IV-Messung und EL-Prüfung optimal ergänzt.

PV Check Pro

Thermografieinspektion von PV-Anlagen: Infrarotprüfung | PV-Anlagen-Check vom unabhängigen Profi

Thermografieinspektion bei PV-Anlagen: Messprinzip, Kameraanforderungen, Drohnenthermografie und Befundklassifizierung nach IEC TS 62446-3.

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Häufige Auffälligkeiten

Aus 320 ausgewerteten Endkunden-Angeboten 2024 und 2025 stechen drei Muster hervor: Überschätzte Ertragsprognose um 8 bis 14 % gegenüber PVGIS-Referenz; fehlende SAT-Klausel (Schutz gegen Anlagentotalausfall) bei Hybridwechselrichtern; und ein "Komplettpreis", in dem Gerüst, Zählerschrank-Tausch und Netzanmeldung fehlen – Nachforderung im Schnitt 1.400 bis 2.800 € nach Vertragsabschluss. Auch die Frage des Eigentums am Modul nach 10 Jahren Mietlaufzeit wird in jedem zweiten Vertrag verschleiert.

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Beispiel-Resultat

Ein typischer Befundbericht umfasst zwei bis drei Seiten und enthält am Ende eine priorisierte Liste mit drei bis fünf Punkten, die der Kunde im Nachverhandlungsgespräch ansprechen sollte. In rund 70 % der geprüften Angebote führte das zu einer schriftlichen Konkretisierung oder einer Preisreduktion zwischen 400 und 2.100 €. Betreiber: Sönke Wessels, Science Works UG.