Was ist die Elektrolumineszenzmessung?

Die Elektrolumineszenzmessung (EL-Messung) ist eine zerstörungsfreie Prüfmethode, die unsichtbare Zelldefekte in Photovoltaikmodulen sichtbar macht. Dabei wird ein Gleichstrom durch das Modul geleitet, sodass die Solarzellen selbst Licht im Nahinfrarotbereich emittieren. Eine hochempfindliche Infrarotkamera zeichnet dieses Licht auf. Defekte Bereiche – etwa Mikrorisse, inaktive Zellbereiche oder umgangene Bypassdioden – erscheinen auf dem Bild als dunkle Felder, da sie keine oder weniger Lumineszenzstrahlung abgeben.

Physikalisches Prinzip der EL-Messung

Solarzellen sind p-n-Übergänge. Wird ein Strom in Durchlassrichtung angelegt, rekombinieren Elektronen und Löcher unter Aussendung von Photonen im Wellenlängenbereich von etwa 900–1100 nm. Intakte Zellen leuchten gleichmäßig hell. Bereiche mit erhöhtem Serienwiderstand, Rissen oder Kontaktierungsfehlern leuchten schwächer oder gar nicht. Die Kameraaufnahme liefert damit ein direktes, ortsaufgelöstes Bild des elektrischen Zustands jeder einzelnen Zelle.

Messaufbau und Durchführung

Für eine EL-Messung sind folgende Komponenten notwendig:

Die Messung muss zwingend in Dunkelheit oder bei stark bewölktem Himmel mit Abdeckung durchgeführt werden. Für Dachanlagen empfiehlt sich eine mobile Abdeckung oder Nachtmessung. Jedes Modul wird einzeln mit Nennstrom gespeist und für typischerweise 1–5 Sekunden belichtet.

Auswertung der EL-Bilder

Bei der Auswertung werden folgende Befundmuster unterschieden:

Quantitative Bewertung

Eine rein qualitative Bildauswertung reicht für professionelle Inspektionsberichte nicht aus. Die Praxis hat sich auf folgende Bewertungsparameter geeinigt:

Module mit mehr als 5 % inaktiver Zellfläche zeigen typischerweise messbare Leistungsverluste von 2–8 %. Bei über 20 % inaktiver Fläche ist ein Modultausch wirtschaftlich zu prüfen.

Kombination mit IV-Kurven-Messung

Die EL-Messung liefert das beste Ergebnis in Kombination mit einer IV-Kennlinienmessung. Während die EL-Messung die räumliche Verteilung von Defekten zeigt, quantifiziert die IV-Kurve den tatsächlichen Leistungsverlust. Beide Methoden gemeinsam ermöglichen eine fundierte Entscheidung über Reparatur oder Austausch.

Einsatzbereiche und Grenzen

Die EL-Messung eignet sich hervorragend für:

Grenzen der Methode: Schäden außerhalb der aktiven Zellfläche (z. B. Rahmenschäden, Kabeldefekte) sind nicht erkennbar. Zudem erfordert die Abdunkelung bei Freiflächenanlagen erheblichen logistischen Aufwand.

Fazit

Die EL-Messung ist eine der leistungsfähigsten Prüfmethoden für Solarzellen und liefert Informationen, die mit keiner anderen Messmethode so detailliert gewonnen werden können. Sie sollte fester Bestandteil jeder professionellen PV-Inspektion sein – insbesondere bei Leistungsabweichungen oder nach mechanischen Einwirkungen auf die Anlage.

PV Check Pro

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Häufige Auffälligkeiten

Aus 320 ausgewerteten Endkunden-Angeboten 2024 und 2025 stechen drei Muster hervor: Überschätzte Ertragsprognose um 8 bis 14 % gegenüber PVGIS-Referenz; fehlende SAT-Klausel (Schutz gegen Anlagentotalausfall) bei Hybridwechselrichtern; und ein "Komplettpreis", in dem Gerüst, Zählerschrank-Tausch und Netzanmeldung fehlen – Nachforderung im Schnitt 1.400 bis 2.800 € nach Vertragsabschluss. Auch die Frage des Eigentums am Modul nach 10 Jahren Mietlaufzeit wird in jedem zweiten Vertrag verschleiert.

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