Was ist Moduldegradation?

Jede Solarzelle verliert über die Zeit an Leistung – ein physikalisch unvermeidlicher Prozess, der als Degradation bezeichnet wird. Die Rate, mit der diese Leistungsminderung eintritt, ist der entscheidende wirtschaftliche Parameter für die Ertragsprognose einer PV-Anlage über 20–30 Jahre. Hersteller garantieren typischerweise eine maximale Degradationsrate von 0,5–0,7 % pro Jahr. Reale Messdaten aus Langzeitstudien liefern ein differenzierteres Bild.

Herstellergarantien vs. reale Degradation

Die meisten kristallinen Siliziummodule kommen mit zwei Leistungsgarantien:

Reale Langzeitmessungen (NREL, Fraunhofer ISE) zeigen:

Degradationsmechanismen

Verschiedene physikalische und chemische Prozesse tragen zur Degradation bei:

Messung der tatsächlichen Degradation

Für eine zuverlässige Degradationsmessung sind folgende Schritte notwendig:

Akzeptanzgrenzen für Garantieansprüche

Überschreitet die gemessene Degradation die Herstellergarantie, können Ansprüche geltend gemacht werden:

Wirtschaftliche Auswirkungen

Der Unterschied zwischen 0,5 % und 0,35 % jährlicher Degradation ist bei einer großen Anlage über 25 Jahre erheblich. Für eine 1-MWp-Anlage mit 1000 kWh/kWp spezifischem Jahresertrag und 0,08 €/kWh ergibt sich:

Fazit

Die Messung der tatsächlichen Degradationsrate ist ein wichtiger Bestandteil der Langzeitüberwachung von PV-Anlagen. Reale Degradationsraten sind häufig besser als die Herstellergarantie. Abweichungen nach oben können als Grundlage für Garantieansprüche genutzt werden.

PV Check Pro

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Angebotsprüfung für Photovoltaik-Offerten

PV-Check-Pro nimmt ein konkretes Solar-Angebot Ihres Fachbetriebs auseinander und prüft 23 typische Schwachpunkte: tatsächliche Modulleistung in Wp pro Stück, Wechselrichter-Topologie (String, Hybrid, Modul-Wechselrichter), Garantiebedingungen (Produkt vs. Leistung), Wartungsklausel, Eigentum am Wechselrichter beim Mietmodell, Eintragung ins Marktstammdatenregister (MaStR) und korrekte Anmeldung beim Netzbetreiber.

Häufige Auffälligkeiten

Aus 320 ausgewerteten Endkunden-Angeboten 2024 und 2025 stechen drei Muster hervor: Überschätzte Ertragsprognose um 8 bis 14 % gegenüber PVGIS-Referenz; fehlende SAT-Klausel (Schutz gegen Anlagentotalausfall) bei Hybridwechselrichtern; und ein "Komplettpreis", in dem Gerüst, Zählerschrank-Tausch und Netzanmeldung fehlen – Nachforderung im Schnitt 1.400 bis 2.800 € nach Vertragsabschluss. Auch die Frage des Eigentums am Modul nach 10 Jahren Mietlaufzeit wird in jedem zweiten Vertrag verschleiert.

Was die Prüfung leistet

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Beispiel-Resultat

Ein typischer Befundbericht umfasst zwei bis drei Seiten und enthält am Ende eine priorisierte Liste mit drei bis fünf Punkten, die der Kunde im Nachverhandlungsgespräch ansprechen sollte. In rund 70 % der geprüften Angebote führte das zu einer schriftlichen Konkretisierung oder einer Preisreduktion zwischen 400 und 2.100 €. Betreiber: Sönke Wessels, Science Works UG.